Einfühlsame Beratung zur Behandlung von Narben und Dehnungsstreifen

  • Lösungen aufzeigen – positives Einwirken auf das Aussehen einer Narbe ist lange möglich
  • Aktiv ansprechen – Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft präventiv behandeln
  • Einfühlsam beraten – betroffene Hautstellen benötigen besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung, z.B. durch Massagen mit Körperölen

Narben
Narbe ist nicht gleich Narbe. Daher sollte das Apothekenteam bei der Beratung individuell auf den Kunden eingehen und folgende Fragen klären:

Welche Art von Verletzung der Haut lag vor? Handelte es sich um eine Schürf- oder eine Schnittwunde? Musste die Wunde genäht werden?
Wie lange ist die Verletzung bereits her? Ist die Wundheilung schon komplett abgeschlossen und der Schorf abgefallen bzw. sind die Fäden bereits gezogen?

Dazu Dr. med. Susanne Millner, Fachärztin für Dermatologie aus Halle:

„Die Wundheilung unterliegt natürlichen, biologischen Prozessen in unserem Körper und das Ziel jeder Wundheilung ist nach Möglichkeit eine narbenfreie Abheilung. Dies gelingt leider nicht nach tieferliegenden Verletzungen, die bis zur Lederhaut reichen. In Abhängigkeit der Größe bzw. der Tiefe der Wunde und der Beschaffenheit der Wundränder, aber auch dem Verschmutzungsgrad und den eigenen genetischen Faktoren kommt es leider oftmals zu unschönen Narben. Grundsätzlich kann auf das Aussehen einer Narbe durch die richtige Behandlung aber noch lange positiv eingewirkt werden.“

Wenn die Wundheilung noch nicht abgeschlossen ist, kann das Apothekenteam dem Kunden eine feuchte Wundheilung empfehlen. Die Wunde sollte keinen starken Temperaturschwankungen und keiner hohen UV-Strahlung ausgesetzt werden und äußere Reize, z.B. durch Ketten und Gürtel, sollten vermieden werden.

Nach Abschluss der Wundheilung kann das Apothekenteam die Massage des Narbengewebes mit z.B. Bi-Oil empfehlen, um Verwachsungen mit darunterliegendem Gewebe zu verhindern und die Schrumpfung des Gewebes so klein wie möglich zu halten. Aber auch zur Behandlung von alten Narben ist Bi-Oil geeignet, um das Erscheinungsbild der betroffenen Hautstelle zu verbessern.

Dehnungsstreifen
Dehnungsstreifen können vor allem am Bauch, Oberschenkeln, Gesäß und Brust entstehen. Prädisponierende Faktoren sind ein schwaches Bindegewebe, eine starke Gewichtszunahme oder Wachstum sowie eine Schwangerschaft, da in dieser Zeit die Hautelastizität durch hormonelle Einflüsse verringert ist. Somit sind in erster Linie Frauen von Dehnungsstreifen betroffen. Und diese haben oft auch besondere Schwierigkeiten, sich mit ihrem veränderten Hautbild abzufinden, daher sollte das Apothekenteam hier besonders einfühlsam beraten.

Wenn die Kundin z.B. nach einem Folsäurepräparat fragt, deutet dies auf eine Schwangerschaft hin. Dies kann das Apothekenteam als Aufhänger nutzen, um zum Thema Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen zu beraten.
Dehnungsstreifen können unterschiedliche Gründe haben – das Apothekenteam sollte hier die Ursache konkret erfragen: Handelt es sich um schnelles Wachstum aufgrund der Pubertät, fand eine schnelle Gewichtszunahme statt oder liegt eine Schwangerschaft vor? Im Anschluss kann dann ein individuell zugeschnittenes Pflege- und Bewegungsprogramm empfohlen werden.

Dr. Eva Wlodarek, Diplom-Psychologin aus Hamburg sagt dazu:

„Es ist verständlich, dass uns körperliche Veränderungen wie Dehnungsstreifen zunächst irritieren. Schließlich sind wir es gewohnt, uns an makellosen Vorbildern zu orientieren. Doch statt uns gnadenlos zu kritisieren, sollten wir aus guten Gründen umdenken: Aus den USA kommt derzeit ein Trend, der „Selbstmitgefühl“ heißt. Er besagt, dass wir uns so zärtlich und liebevoll behandeln sollten wie eine gute Freundin – gerade dann, wenn wir in einem bestimmten Punkt mit uns hadern. Auf Dehnungsstreifen übertragen bedeutet es, dass wir den betroffenen Hautstellen besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken. Ein besonders effektives und zugleich angenehmes Ritual ist es, sich mit einem schönen Hautöl zu verwöhnen, indem man es morgens oder abends sanft in die Dehnungsstreifen einmassiert.“

Eine gute Empfehlung bei vorhandenen Dehnungsstreifen ist Bi-Oil, um die sichtbaren Risse abzumildern und an das Aussehen der normalen Haut anzugleichen. Bei schwangeren Kunden kann das Apothekenteam zudem darauf hinweisen, dass eine präventive Behandlung mit Bi-Oil möglich ist. Dafür sollte die Kundin Bi-Oil ab dem vierten Monat der Schwangerschaft täglich auf Bauch, Brust und Oberschenkeln einmassieren, um die Haut auf das schnelle Wachstum vorzubereiten und sie elastisch zu halten. Als Zusatztipp kann das Apothekenteam auch regelmäßige Bewegung sowie sanfte Sportarten wie Yoga für Schwangere empfehlen.