Kann man Narben entfernen?

Eine Narbe kann als Folge von Verletzungen der Haut entstehen, wenn die Oberhaut (Epidermis) bis hinein in die tiefer gelegene Lederhaut (Dermis) oder die Unterhaut (Subkutis) geschädigt wurde. Da das Narbengewebe zunächst noch von vielen Blutgefäßen (Angiogenese) durchzogen wird, weisen frische Narben eine rote Farbe auf. Wenn sich diese Blutgefäße im Laufe der Zeit zurückbilden, erhöht sich gleichzeitig die Reißfestigkeit der Narbe. Da das Narbengewebe weniger elastische Fasern (Kollagen) besitzt als das umliegende Gewebe, kann es zu Verhärtungen und Schrumpfungen kommen.

Es werden im Wesentlichen vier Formen von Narben unterschieden:

  • Normale Narben: Die häufigste Form ist die normale, meist strichförmige Narbe, die im Hautniveau liegt oder nur leicht erhaben ist. Der Betroffene ist dabei meist nicht in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.
  • Hypertrophe Narben: Die hypertrophe Narbe ist deutlich erhaben und verdickt. Sie ist häufig mit Juckreiz verbunden und oft schmerzhaft.
  • Atrophe Narben: Bei atrophen Narben handelt es sich um eine Narbenart, die unterhalb des Hautniveaus liegt. Während des Heilungsprozesses wird die Wunde zwar geschlossen, doch es werden nicht ausreichend neue Kollagenfasern gebildet, um sie auszufüllen. Dadurch kommt es zu einer Einsenkung. Typisch für diese Form sind Akne- oder Windpocken-Narben.
  • Keloide Narben: Keloide sind wulstartige, harmlose Wucherungen der Haut, die meist die Folge einer überschießenden Narbenbildung nach Verletzungen oder Operationen sind. Im Gegensatz zu hypertrophen Narben können sich die Verdickungen auch auf unbeschädigte Haut ausdehnen. Keloide können über mehrere Jahre weiterwachsen, sind oft stark gerötet und verursachen Juckreiz oder Schmerzen. Sie entstehen bevorzugt in Bereichen erhöhter Hautspannung (Schulter, Brustbeinregion). Im Allgemeinen sind dunkelhäutige Menschen häufiger betroffen als hellhäutige.

Hypertrophe, athrophe und keloide Narben werden als krankhafte Narbenbildung eingestuft. Eine normale Narbe, die keine Beschwerden verursacht, ist dagegen die Folge eines normalen Wundheilungsprozesses. Stört die Narbe den Betroffenen in diesem Fall und hat er den Wunsch, die Narbe zu entfernen, ist dies ein kosmetisches Problem, kein medizinisches.

Insgesamt sind Narben weit verbreitet: 85,8%[1] aller Deutschen haben eine sichtbare Narbe. Trotz der weiten Verbreitung werden sie von den Betroffenen oftmals nicht als Zeichen des natürlichen Reparationsprozesses des Körpers betrachtet, sondern als Makel, den man am liebsten entfernen will. In verschiedenen Studien gaben bis zu 27 Prozent[2] der Befragten an, ihre Narben zu verstecken. Damit sind Narben wesentlich häufiger eine psychische Belastung, als dass sie aus medizinischen Gründen behandlungsbedürftig wären. Dr. Susanne Millner, Fachärztin für Dermatologie, klärt auf und gibt Entwarnung: „Leider kommt es nach Verletzungen oft zu Narben, die auf der Haut zurückbleiben. Die Haut wird dadurch zwar nicht in ihrer Funktion als Schutzmantel beeinträchtigt, aber die Hautoberfläche bleibt verändert zurück: Frische Narben sehen rötlich aus, ältere dagegen heller. Die gute Nachricht: Man kann noch lange nach dem Entstehen einer Narbe positiv auf das veränderte Erscheinungsbild der Haut einwirken.“

Wie man Narben fast entfernt

Doch kann man Narben wirklich entfernen? Auch wenn mit den richtigen Methoden eine Verbesserung des Erscheinungsbildes von Narben möglich ist, kann keine Methoden Narben vollständig entfernen. Die Methode der Wahl zur Verbesserung des Erscheinungsbildes der Narbe hängt dabei stark von den individuellen Gegebenheiten ab. Gerade bei krankhafter Narbenbildung, sollte daher Arzt konsultiert werden, um ein individuelles Behandlungskonzept zu entwickeln und um zu besprechen, ob eine Operation oder Laserbehandlung vonnöten ist.
Bei normalen Narben ist dies aber zumeist nicht nötig; stattdessen können auch konventionelle Methoden und freiverkäufliche Produkte, z.B. Bi-Oil, eine Verbesserung des Erscheinungsbildes der Narbe bewirken und die Narbe „fast entfernen“.

[1] Quelle: Repräsentative Innofact Umfrage im Auftrag von Bi-Oil unter 1.043 Frauen und Männer ab 18 Jahren, Befragungszeitraum 1. HJ 2011

[2] Quelle: Repräsentative Innofact Umfrage im Auftrag von Bi-Oil unter 1.100 Frauen und Männer zwischen 18 und 69 Jahren; Befragungszeitraum 04.02. – 05.02.2014


Große Narbe als Nahaufnahme