Was hilft gegen Narben und die psychischen Folgen der Hautveränderung

Wir schützen sie, bräunen sie und präsentieren sie zur Ferienzeit gerne in sommerlichen Outfits – unsere Haut. Ob im Schwimmbad, im Park oder am Strand: Aussehen und Pflege der Haut sind vor allem bei hohen Temperaturen ein wichtiges Thema für viele Menschen. Möglichst perfekt soll die Haut sein, damit wir uns auch in leichter Kleidung, Bikini oder Badehose unter den Blicken Anderer wohlfühlen. Doch bereits kleine Unregelmäßigkeiten können am Selbstbewusstsein nagen. Weit verbreitet sind vor allem sichtbare Narben als Folge von Verletzungen, die zur Urlaubszeit gerade bei sportlichen Aktivitäten im Freien entstehen können, oder Operationen. Laut einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Innofact, haben rund 86 Prozent der Deutschen mindestens eine Narbe[1]. Trotz der weiten Verbreitung zeigen 27 Prozent der Befragten ihre Narbe nur ungern am Strand[2], da sie sie als Makel betrachten. Diese Sichtweise herrscht vor allem in westlichen Kulturen vor, in denen man gewohnt ist, sich an den makellosen Vorbildern zu orientieren. Welchen Einfluss interkulturell unterschiedliche Schönheitsideale auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen Narbe haben, zeigt sich daran, dass einige afrikanische Völker sich nicht fragen, was gegen Narben hilft, sondern sich vielmehr selbst Narben zufügen, da sie sie als Schmuck der Haut verstehen.

Psychische Auseinandersetzung mit Narben

Die Zahlen machen deutlich, dass Narben oft eine psychische Belastung darstellen – obwohl nur die wenigsten medizinischer Behandlung bedürfen.

Damit wird deutlich, dass Betroffene nicht nur über eine körperliche Behandlungsmethode nachdenken sollten, die gegen Narben hilft, sondern dass auch eine psychische Auseinandersetzung mit der Hautveränderung erfolgen sollte. Für diesen psychologischen Aspekt, ist es zunächst einmal wichtig, Narben als das zu sehen, was sie sind: Zeichen des natürlichen Reparationsprozesses des Körpers und Ausdruck individueller Lebenserfahrungen. Neben der eigenen Vergegenwärtigung dieser Aspekte kann auch der Partner dazu beitragen, Narben nicht als Makel, sondern als Zeichen dafür zu sehen, dass unser Köper sinnvoll auf Erfahrungen reagiert und den Betroffenen so letztlich in Sachen Selbstbewusstsein zu unterstützen. Diplom-Psychologin Dr. Eva Wlodarek rät: „Es stärkt eine Frau, wenn er ihr vermittelt, dass sie durch das veränderte Hautbild für ihn keineswegs an Attraktivität verloren hat. Dass er im Gegenteil stolz auf ihre Stärke ist, etwa wenn sie die Strapazen einer Geburt gemeistert hat. Dabei wirkt eine liebevolle Berührung oft noch intensiver als Worte. Indem der Partner die betroffenen Stellen sanft massiert, vermittelt er auch nonverbal: ‚Ich liebe dich so, wie du bist‘.“ Eine Untersuchung an der Universität von Liverpool[3] zeigt sogar, dass Männer mit Gesichtsnarben attraktiv auf Frauen wirken, da Narben die Assoziation von Männlichkeit (hoher Testosteronspiegel), Mut und Stärke/Gesundheit hervorrufen.

Die passende Narbenpflege für ein schöneres Erscheinungsbild

Auch wenn die positiven Umbewertung des vermeintlichen Makels „Narbe“ bereits hilft, können Betroffene zusätzlich mit der richtigen Narbenpflege helfen, das Erscheinungsbild der Narbe zu verbessern. Dr. Susanne Millner, Fachärztin für Dermatologie, stellt fest: „Die gute Nachricht: Man kann noch lange nach dem Entstehen einer Narbe positiv auf das veränderte Erscheinungsbild der Haut einwirken.“ Die Expertin rät: „Eine Massage der Narbe ist ein guter Weg, nicht nur der beeinträchtigten Hautpartie etwas Gutes zu tun, sondern sich auch mit der veränderten Haut positiv auseinanderzusetzen. Die Massage kann einfach zu Hause durchgeführt werden: Eine zweimal täglich über mindestens drei Monate durchgeführte Massage mit einem Körperöl kann das Erscheinungsbild von Narben sichtbar verbessern – sie können flacher werden, Rötungen können verblassen.“

Die richtige Massagetechnik ist nicht schwierig: Das Körperöl, zu empfehlen ist hierbeispielsweise der Öl-Spezialist für Narben „Bi-Oil“, wird mit den Fingerspitzen in kreisenden Bewegungen mit leichtem Druck in das Narbengewebe einmassiert. Neben der Verbesserung des Erscheinungsbilds der Narbe hilft die Massage, laut Millner, zudem Spannungsgefühle bei Bewegungen zu lindern.

[1] Quelle: Repräsentative Innofact Umfrage im Auftrag von Bi-Oil unter 1.043 Frauen und Männer ab 18 Jahren, Befragungszeitraum 1. HJ 2011

[2] Quelle: Repräsentative Innofact Umfrage im Auftrag von Bi-Oil unter 1.100 Frauen und Männer zwischen 18 und 69 Jahren; Befragungszeitraum 04.02. – 05.02.2014

[3] Rob Burriss et al. (University of Liverpool): Men With Facial Scars Are More Attractive To Women Seeking Short-term Relationships. Personality and Individual Differences, Nov. 19, 2008 (in Englisch)

 


verschiedene Variationen von Narben